Grußwort des Bundesministers des Auswärtigen Amtes

 Dr. Frank-Walter Steinmeier


 für den Katalog zur Ausstellung „Panta Rhei“ in Nafplion, Griechenland

 

„Panta Rhei“ – alles fließt: Der Name der Ausstellung erinnert uns daran, dass unsere Welt in stetem Fluss ist. Und weil alles im Fluss ist, sind permanente Neubetrachtung und Reflexion nötig.

 

Vielleicht ist es genau das, was die Kunstwerke von Sonja Edle von Hoeßle und Herbert Mehler uns als Betrachtern vermitteln wollen. Ein Werk wie „Endlosschleifen“ etwa wirkt, als griffen Grenzen ineinander über oder als lösten sie sich auf. Zweifellos ist dies auch eine der besonderen Funktionen von Kunst: Grenzen überwinden, neue Verbindungen knüpfen und übernommene Kategorien in Frage stellen. Das hat übrigens mehr mit Diplomatie und Außenpolitik zu tun, als mancher denkt. Schließlich geht es auch dort darum, verborgene Verbindungslinien zu erkennen und zur Geltung zu bringen.

 

Gerade in diesen Tagen, in denen wir um den Zusammenhalt Europas ringen, ist das eine wichtige Botschaft. Als Deutsche und Griechen kann sie uns nur ermutigen, neu zu entdecken, was uns verbindet – in und für Europa. In diesem Sinne ist es von besonderer Bedeutung, dass die Initiatoren der Ausstellung in dem Ort zusammen gefunden haben, der als zweite Hauptstadt des befreiten Griechenland für einen historischen Neuanfang, aber auch für unsere Verbundenheit steht.

 

Ich danke den Künstlern, der Galerie „Tammen und Partner“ in Berlin und dem Kulturzentrum „To Fougaro“ in Nafplio für diesen gelungenen Beitrag zum deutsch-griechischen Dialog und Miteinander.

 

Ihnen, liebe Besucherinnen und Besucher, wünsche ich viel Freude und inspirierende Momente.